Win-Win-Situation: Kooperationen von Kirchen und Kommunen

Win-Win-Situation: Kooperationen von Kirchen und Kommunen

Am 6. Dezember 2017 lud die dena zum 2. Workshop „Gebäudeenergieeffizienz in Kirchen und Kommunen“ nach Berlin ein. Anknüpfend an den 1. Workshop vom 12. Juli 2017 diskutierten die Teilnehmer folgende Fragestellungen:

  • Welche Förderprogramme von KfW und BAFA sind für Kirchen und Kommunen interessant?
  • Welche Vorteile bringt es für beide Akteure, beim Klimaschutz zu kooperieren?
  • Welche guten Beispiele der Zusammenarbeit gibt es bereits und was können Kirchen und
  • Kommunen daraus lernen?

Marcus Kaufmann, Prokurist Vertrieb bei der KfW, und Claus Hoffmann, Leiter des Referats für Kältetechnik und Energieeffizienz in Kommunen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, stellten die Förderprogramme für Kommunen und Kirchen näher vor. Dabei wurde deutlich, dass aufgrund der Nichtgeltung der EnEV für Sakralgebäude eine Förderung über KfW oder BAFA aktuell für diese Gebäude nicht möglich ist. Die Teilnehmer waren sich einig, dass insbesondere beim Thema Barrierefreiheit die bisherige Förderpraxis überprüft werden soll, da dieses Förderprogramm gerade für kirchliche Gebäude infrage kommt.

Thomas Berger, Bürgermeister der Stadt Trebbin, stellte im zweiten Themenblock das Klimaschutz- und Energiekonzept von Trebbin sowie erste Ideen für eine bessere Vernetzung von Kirchen und Kommunen vor. Bereits im Jahr 2016 erhielt die Stadt Trebbin für ihr vorbildliches Energie- und Klimaschutzmanagement das Zertifikat zur dena-Energieeffizienz-Kommune.

Isa Reher, Klimaschutzmanagerin aus dem Kreis Stormarn und Vorstandsmitglied im Bundesverband Klimaschutz e. V., veranschaulichte anhand von Schul- und Kita-Energieeinspar-Programmen, wie gut gerade kleine Kommunen und Kirchengemeinden im ländlichen Raum bei dem Thema Klimaschutz zusammenarbeiten können.

Dr. Rüdiger Kape, Koordinator Integrierte Umweltberatung aus der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz sowie Mitglied des  Umweltnetzwerks Kirche Rhein-Mosel e. V., erläuterte die Arbeitsweise kirchlicher und kommunaler Vertreter im Rahmen des Umweltnetzwerkes. So tritt das Netzwerk als gemeinnütziger Verein auf und bietet Kirchen und Kommunen verschiedene Angebote wie beispielsweise eine Vor-Ort-Begehung kirchlicher Gebäude und entsprechende Hinweise zur Steigerung der Energieeffizienz.

Im Mittelpunkt des Projekts „Nachhaltigkeit nimmt Quartier“ , welches Dr. Judith Kuhn, Referentin für Klima- und Energiepolitik aus dem Fachbereich Nachhaltige Entwicklung des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, vorstellte, steht die nachhaltige Entwicklung von benachteiligten Quartieren. Dabei betonte sie, wie wichtig die kirchliche Beteiligung in diesem Projekt ist, da über die Kirche Brücken gebaut werden können.

Der 2. dena-Workshop veranschaulichte, wie groß die Vielfalt der bestehenden Ansätze und Förderangebote im Themenfeld Kirchen und Kommunen in Deutschland ist. Zugleich gibt es noch Nachholbedarf beim Bekanntheitsgrad der Förderangebote und der noch stärkeren zielgruppenspezifischen Ausrichtung. Dafür bedarf es eines kontinuierlichen Austauschs, der am Förderprozess Beteiligten. Dabei können Kirchen und Kommunen durch eine bessere Vernetzung ihre Schlagkraft im Themenfeld Energieeffizienz und Klimaschutz weiter erhöhen und gemeinsam die anstehenden Herausforderungen bewältigen. Zugleich gibt es kein allgemein gültiges Kooperationsmodell, welches deutschlandweit ausrollbar wäre, da die konkrete Kooperation stark von den örtlichen Gegebenheiten abhängig ist und basierend auf diesen ausgestaltet werden muss. Unabhängig davon ist es aber wichtig, gemeinsam Ziele zu definieren, die von den verschiedenen Akteuren auch in der täglichen Praxis umgesetzt werden können. 

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